Letztes Update: 13-11-2009 10:43 Uhr
Unterwegs zum Horizont
Geschrieben von: Bernd Majewski   

Autowandern an Europas Küsten und in Marokko
17.000 Kilometer in 48 Tagen im und mit dem VW-Bus

Das etwas ältere Ehepaar Dietlinde und Bernd Majewski sind während ihrer Ehe viel gereist. Überwiegend war ein VW Bus Camper Gefährt und Schlafstatt. Diese Reise sollte sie an Europas Küsten von Holland, Belgien, Frankreich, Spanien und Portugal führen. Sie wollen Land und Leute erkunden, schöne Plätze finden und sich den Gegebenheiten anpassen. Wind, Wasser, Wein und örtliches Flair genießen. Der Reisebericht umfasst 216 Seiten A 5 oder 113 Seiten A-4

Da nicht geplant werden kann, wo sie am Abend sein würden, ist es jeden Tag aufs Neue spannend, wo und wie sie die Nacht verbringen würden. Es wird nach Marokko übergesetzt und eine Rundreise durchs ganze Land erlebt. Wieder zurück aufs Europäische Festland geht es die Spanische Ostküste rauf, an der Französischen Riviera Küsten entlang nach Italien. Dort den Italienischen Stiefel runder und um Sizilien herum. Die Rückreise führt an der Italienischen Ostküste entlang bis Ravenna.

 

Probetext: 

> Jaaa, das ist es! < juchzt es aus der Küche.
> Bitte, was?<
ich eile: Dietlinde blättert in einem Katalog und zeigt auf eine Plane, die an der geöffneten Heckklappe eines VW Busses herunter hängt.
> Schau mal. Das ist die ideale Duschkabine! <
> Die wollen 209 € dafür Die spinnen wohl<
Wir brauchen vieles für die Reise.
Eine Duschkabine für die Dame des Hauses wäre wichtig. Dietlinde misst, rennt in den Keller und kommt mit einer Plastikplane, die sonst immer den
Brunnen im Winter abdeckt, zurück. In unserem großen Wohnzimmer wird sie ausgebreitet. Der Zollstock hüpft über die Plane: Ratsch, Schnipp und Schnapp, schon sind Bahnen zugeschnitten. Dann rattert die Nähmaschine im Turmzimmer. Gummizug rein und fertig.
Zzzzz, 200 €. Nix kostet das. Wir haben jetzt eine Duschkabine an unserem Bus.

Ein Traum: Blauer Himmel, manchmal grünes Wasser in den Buchten, Steilküsten, dann wieder kleine Strände, an denen sich Fleischberge stapeln.
Abseits der Tourifallen gehen keine Straßen zur Küste, jedenfalls finden wir keine. Wir wollen aber ganz nah ran.
Wir erreichen das Örtchen Tomanes.
> Da, in Richtung Küste stehen doch Häuser. Fahr doch einfach mal rein. Mal sehen, wo der Weg hinführt. <
Tatsächlich, an den letzten Häusern vorbei durch hügelige Wiesen, führt ein Sträßchen erst asphaltiert, dann Kies und schließlich grober Schotter.
Keine Verbotsschilder, kein Zaun. Wir fahren einfach weiter und bleiben staunend auf einer Hügelkuppe stehen. Steilküsten, so weit man gucken kann. Kleine Buchen, in denen wir per Fernrohr ein paar Unentwegte angeln sehen. Wie die über schäumende Brandungen hinweg was angeln wollen, ist uns schleierhaft. Wiesen, ein paar Gehöfte. Grillen zirpen. Hin und wieder kommt ein Einheimischenauto vorbei. Ein Hiesiger jagt seine 3 Hunde per Auto über die Wiesen. Aylinchen wird kurz beschnüffelt und beknurrt, sie flüchtet indigniert in den Bus. Bei Baguette und Rosé de Provence Steilküsten betrachten, das hat was. Das mögen wir.
Hier wollen wir bleiben zumindest so lange, bis man uns wegjagt. Der Hundehetzer entpuppt sich als Falkner, der nicht nur Hundespaß vermittelt, sondern seinen Falken anpiept. Er steht unweit und es dauert nicht lange, sitzt ein Falke auf seinem Handschuh. Hunde und Falke. Problemlos.
Es sind zwei!
Sie werden gekröpft und nach einer halben Stunde fliegen sie wieder ab in die Steilküste. Ein dicklicher Radler kommt schon zum dritten Mal vorbei. Wir klatschen und feuern ihn an. Er freut sich. Das Fett muss weg. Dann ist himmlische Ruhe.
Nachts um halb 3 kracht es. Donner und Blitz. Ein Unwetter zieht über uns weg. Alles schwarz.
Da wir der höchste Punkt auf dem Hügel sind, ziehe ich schnell unser Hubdach ein, Faradayscher Käfig hin oder her und fahre ein Stückchen runter.
Wir machen runde Augen.
Unwetter, steile Klippen und auch noch Wind. Aber es hält sich in Grenzen.

Diesen Beitrag bestellen