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Seite 1 von 2 2.500 km bis zum Schwarzen Meer. Lassen Sie mich Ihnen erzählen, wie wir zu dritt den grössten Fluss Europas erlebt haben.
Das etwas ältere Ehepaar Dietlinde und Bernd Majewski ist zwar reiseerfahren, hatte aber nie ernstlichen Kontakt mit Reisen auf dem Wasser. Die Planung einer solchen Reise war also von Anfang an mit völlig neuen Abläufen und Überraschungen gespickt.
Das Buch (210 Seiten) beschreibt die Planung, den Bootskauf, die Reise selbst und den versuchten Rücktransport des gekauften und 30 Jahre alten Diesel-Tuckerboots, der MS-Ismaning. Die Spannweite der Gefühle reicht von: es geht ihnen gut bis: sie sind nicht tot. Noch mal Glück gehabt! Probetext: Vor Jahren ist Dietlinde immer mal wieder ein Stück an der Donau entlang gefahren. Mal mit dem Motorrad, mal mit dem Bus, verfolgte sie den kleinen Bach und sein Größer- und Breiterwerden. Sein Tempo, seine Kraft, das Fließen und die Anziehungskraft dieses Stroms ließen den Wunsch entstehen, ihm zu folgen und wenn schon, dann doch bitte gleich bis zum Schwarzen Meer. Im Januar fiel dann die Entscheidung, den 60ten Geburtstag im Donau Delta zu feiern. Die Reisevorbereitungen begannen. Was braucht man alles für solch ein Unternehmen. Zuerst mal einen Führerschein, den haben wir im August gemacht. 400 Fragen lernen und Knoten üben, war nicht allzu schwer. Dann braucht man ein Boot. Was ist geeignet??? Wir, das etwas ältere Ehepaar mit Hund, reisen herum, schauen uns Schleusen an, fragen nach Motorbooten, befragen Freunde in Mecklenburg, die seit Jahren Bootserfahrung haben. Übers Internet werden Leute ausfindig gemacht, die diese Reise schon mal unternommen haben. Wir saugen uns schlicht mit allen Informationen voll, die zu haben sind. Das richtige Boot zu finden, hat fast ein halbes Jahr gedauert, da wir keine Ahnung hatten, was es für unsere finanziellen Möglichkeiten zu kaufen gibt. Wir wollten ein Boot, das zwar einen guten Motor hat, das aber hergerichtet werden muss. Wir wollten das Boot über das Herrichten kennenlernen, die Reise machen und es dann wieder verkaufen. So lautet der Plan. Schleuse Gabcikovo Wir müssen nach Komarom und haben die ekligste Schleuse Gabcikovo bei Flusskilometer 1.819,3 vor uns. Alle, die diese Schleuse schon mal durchfahren sind, haben uns gewarnt. Wir schlafen schlecht, müssen um 7 Uhr los, ohne Frühstück, denn um 10 Uhr gibt es einen festen Schleusentermin für Flugboote nach Budapest, sagt Dodo. Milan sagt, die fahren erst um 10 Uhr in Bratislava ab und sind um 10:45 h an der Schleuse. Wir bräuchten normalerweise 4 Stunden, um hinzukommen. Mit der schnellen Donau geht es etwas flotter. Wir haben lange überlegt, ob wir es überhaupt wagen sollen. Insgesamt 10 Stunden Fahrt, der Hund kann nicht raus. Holzgebirge vor der Schleuse. Die Donau ist einfach noch zu schnell und hoch. Was machen wir, wenn das Wetter umschlägt? Zurück können wir bei dieser Strömung nicht. Das schafft unser Motörchen nicht. Die Eigner der "Emden", die diesen Weg kürzlich bergauf geschafft haben, warnen uns ebenfalls. Wir fahren. Der Wind ist stark. Nordwest Wind sei besonders arg. Genau den haben wir. Kaum sind wir aus der verholzten Einfahrt, steht vor uns ein Schwarzer. Er fährt rückwärts! Er kommt nicht gegen die Strömung an. Das kann ja heiter werden. Gleich dahinter qualmt der nächste bergauf. Wir schlüpfen zwischen den beiden durch. Der Fluss treibt uns zu Tal. Nach kaum 5 Kilometern weitet sich die Donau zu einem riesigen See. Der Wind frischt auf und jetzt ist es ein Meer, kein See mehr. Die Wellen werden höher und schubsen uns voran. Sobald uns ein Schwarzer oder ein Weisser begegnet, wird´s heftig. Die Landschaft wirkt unwirklich, bedrohlich, böse. Überflutete, abgestorbene Wälder. Das Wetter ist grau. Wir schaukeln immer wilder.
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